Auswahl der richtigen Sundström Atemschutzmaske - 10 Fragen


Auswahl der richtigen Atemschutzmaske - 10 Fragen // Quelle und Copyright: Sundström Safety AB 

Eine Atemschutzmaske soll immer ein Teil eines Atemschutzprogramms sein, dass auf jedem Arbeitsplatz dokumentiert sein muss. Einerseits um zu zeigen, dass man alle Risikofaktoren am Arbeitsplatz berücksichtigt hat und andererseits, damit man auf Veränderungen in der Umgebung vorbereitet ist, die die Auswahl des Atemschutzes beeinflussen. 

Das System sollte folgende Parameter berücksichtigen: 

- Identifizierung von Verunreinigungen, Risikoanalyse sowie Risikoüberwachung (siehe unten) 

- Auswahl des Atemschutzes entsprechend dem erforderlichen Schutzgrad 

- Ausbildung sämtlicher Anwender sowie Anpassungstests, um den Schutzeffekt individuell zu sichern 

- Programm für die Wartung der Ausrüstung (Pflege, täglich Reinigung, Reinigen der Verpackung, Filtertausch usw.) 

- Medizinische Kontrolle, d.h. die Überwachung des Gesundheitszustandes der einzelnen Personen (z. B. Hg und Blei im Urin/Blut) 

Eine Atemschutzmaske kann nicht einfach in dem Glauben an jemanden übergeben werden, dass dies automatisch den nötigen Schutzgrad garantiert! 

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1.)  Besteht ein Risiko für Säureaustritte? 

Man muss immer von einem Risiko eines Säureaustritts ausgehen, wenn… 

… der Säuregehalt in einer Umgebung nicht ermittelt ist, in der wahrscheinlich ein Risiko eines Säureaustritts besteht. 

… der Säuregehalt bekannt ist und unter 20 Volumenprozent liegt. 

Das Verhalten bei Arbeiten in geschlossenen Räumen, welches die häufigste Situation ist, wo ein Säureschaden auftreten kann, wird im AFS 1993:3 des „Arbetsmiljöverket“ (der schwedischen Arbeitsschutzorganisation) vorgeschrieben. Wenn das Risiko eines Säureaustritts besteht, ist es nicht möglich sich einer mit Filter ausgestatteten Atemschutzmaske zu bedienen, außer man sorgt für Atemluftzufuhr aus einer anderen Quelle. Im Normalfall ist ein Pressluftatmer erforderlich.   

2.) Welche gesundheitsschädlichen Elemente sind vorhanden? 

Man muss definieren, welche gefährlichen Stoffe vorkommen und beurteilen… 

…wie deren hygienische Grenzwerte sind und ob sie Krebs erregend und/oder Allergie hervorrufend sind 

    (AFS 1993:9 – Hygienissche Grenzwerte). 

…ob die Verunreinigungen in Gas- oder Partikelform oder sowohl als Gas als auch Partikeln auftreten. 

…die Konzentration der Verunreinigung 

Im Normalfall sind die an einem einer Arbeitsschutzorganisation angeschlossen Arbeitsplatz vorkommenden chemischen Verbindungen dokumentiert. Anhand der vorhandenen Stoffe, deren hygienischer Grenzwerte und Konzentration kann man entscheiden, welche Schutzeinstufung erforderlich ist und dementsprechend den Typ der Atemschutzausrüstung bestimmen. 

Wenn die Verunreinigungen in Partikelform vorliegen, ist normalerweise ein Partikelfilter einzusetzen, wenn es sich um gasförmige Verunreinigungen handelt ist ein Gasfilter einzusetzen. Sind sowohl partikel- als auch gasförmige Verunreinigungen vorhanden, z. B. bei der Spritzlackierung, ist ein Kombifilter einzusetzen. 

Ein Pressluft-Atemschutzgerät kann in den meisten Fällen ein Filter-Atemschutzgerät ersetzen (mit Pressluft betriebene Atemschutzgeräte haben die gleichen Begrenzungen wie Filter-Atemschutzgeräte!).  

3.)  Die Arbeitsbelastung? 

Je höher die Arbeitsbelastung ist, umso größere Bedeutung hat der Atemwiderstand. Der Einatemwiderstand entsteht, wenn die Luft den Filter passiert und der Ausatemwiderstand entsteht, wenn die Luft die Ausatemventile passiert.  

Bei einer hohen Arbeitsbelastung ist es meistens der Ausatemwiderstand, der am schwersten erlebt wird. Das Einatmen ist eine aktive Tätigkeit, bei der der Körper gewohnt ist, die Muskulatur zu benutzen. Das Ausatmen dagegen ist eine passive Tätigkeit, bei der man durch Entspannung die Luft ”entweichen lässt”. Deshalb ist der Ausatemwiderstand anstrengender und kostet mehr Energie. 

Bei Schutzmasken mit einem kontinuierlichen Überdruck, z. B. einem Pressluftatmer, wird der Einatemwiderstand eliminiert. 

Bei hoher Arbeitsbelastung ist ein Pressluftatmer oftmals die bessere Lösung, da dieser einen kontinuierlichen Überdruck hat, der den Atemwiderstand eliminiert. 

Wenn es nicht möglich ist einen Pressluftatmer einzusetzen, z. B. weil man sich über große Bereiche hinweg bewegen muss, sollte man eine Schutzausrüstung wählen, die einen geringen Einatemwiderstand und mindestens zwei Ausatemventile hat. 

Außerdem ist es wichtig, dass man bei physisch fordernden Arbeiten regelmäßig Pausen und eine Arbeitsrotation einrichtet. Die Schutzausrüstung sollte über die gesamte Arbeitszeit verwendet werden, um einen 100 %igen Schutz zu gewährleisten.  

4.)  Länge der Arbeitszeit? 

Die Dauer, die man sich in der verunreinigten Umgebung aufhalten muss, hat häufig eine große Bedeutung, da diese Zeit von der Schutzausrüstung selbst begrenzt sein kann. Ein Gasfilter kann gesättigt werden, die Kartuschen bieten eine 30-minütige Anwendung, usw.  

Aber auch die Bequemlichkeit einer Schutzausrüstung hat große Bedeutung, da die Schutzausrüstung über längere Zeit getragen wird. 

Um 100 % seiner Arbeitszeit mit der Atemschutzmaske arbeiten zu können ist es wichtig, dass der Arbeitsplatz dementsprechend eingerichtet und organisiert ist, d.h. vorsehen von Pausen und Arbeitsrotation.  

Bei Arbeiten mit Filter-Schutzmasken in Umgebungen, in denen schnell kochende Lösungsmittel (AX-Filter) oder nitröse Gase (NO-Filter) vorkommen, ist es wichtig zu wissen, dass diese Filter nur Einmalfilter sind. Bei hohem Filterverbrauch ist es aus wirtschaftlicher Sicht besser ein mit Druckluft versorgtes Atemschutzgerät einzusetzen.  

Arbetsmiljöverket (schwedische Arbeitsschutzorganisation) empfiehlt in seiner Publikation ”Persönliche Schutzausrüstung”, dass Arbeiten mit Filter-Schutzmasken in Intervallen von maximal 120 Minuten erfolgen sollte. Danach sollte eine Pause von ungefähr 30 Minuten eingelegt werden. Beachten Sie bitte, dass in dieser Empfehlung nicht berücksichtigt wird, dass die Gasfilterkapazität die Anwendungsdauer begrenzen kann. Dies beruht unter anderem darauf, welcher Verunreinigung der Filter ausgesetzt und wie der Filter bei Nichtanwendung aufbewahrt wird. Es ist sehr wichtig, dass ein Gasfilter in einer dicht abgeschlossenen Verpackung aufbewahrt wird, die gut gegen Luftfeuchtigkeit und in der Umgebung vorhandenen Verunreinigungen abgeschirmt ist.  

5.)  Klima am Arbeitsplatz - extreme Temperaturen? 

Bestimmte Arbeiten werden in Umgebungen ausgeführt, die mehr oder weniger extrem sind, d.h. z. B. bei großer Hitze. Die Belastungen des Körpers sind dabei wesentlich höher, und die Arbeitszeit sollte deshalb verkürzt werden. Des Weiteren können Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Funktion der Ausrüstung beeinflussen. Z. B. können hohe Temperaturen die Lebensdauer eines Gasfilters erheblich verringern. 

Bei hohen Temperaturen sind mit Druckluft versorgte Atemschutzmasken oftmals vorzuziehen, einerseits weil der Atemwiderstand eliminiert wird und andererseits weil der Überdruck in der Maske dem Maskenträger eine gewisse Abkühlung bietet.  

In extrem kalten Arbeitsumgebungen ist das Verhältnis häufig umgekehrt, da die Druckluft in der Regel die gleiche Temperatur hält, wie die Luft. Es gibt jedoch Druckluftfilter mit Luftvorwärmern und anderen Anordnungen, welche die Luft vorwärmen können.  

Kalte Umgebungen können aber auch die beweglichen Teile der Schutzausrüstung negativ beeinflussen (einfrieren). Bitte lesen Sie deshalb die Gebrauchsanweisung genau. Aus dieser muss hervorgehen, innerhalb welcher Temperaturintervalle die Schutzausrüstung angewendet werden darf.  

Beachten Sie bitte, dass die Temperatur und Luftfeuchtigkeit jeweils für sich oder in Kombination die Lebensdauer eines Filters erheblich verringern können.   

6.)  Wie gut ist die Sicht? 

Die Sicht kann von einer Reihe von Faktoren beeinflusst werden, z. B. von der Brechung des Lichtes, engen Räumlichkeiten, der Notwendigkeit Leitern empor zu klettern oder Treppen steigen zu müssen usw. Dies in Verbindung damit, dass die Atemschutzmaske als solches die Sicht einengt, kann Risiken in sich bergen.   Als Erstes sollte man deshalb je nach Möglichkeit versuchen die physischen Voraussetzungen anzupassen. Dies kann z. B. bedeuten, dass man Maschinen und Ausrüstungen umstellt, für entsprechende Beleuchtung sorgt und veranlasst, dass Kabel, Schläuche usw. vom Boden entfernt werden.  

Bei der Auswahl der Schutzausrüstung muss man die Notwendigkeit einer guten Sicht berücksichtigen. Dies muss allerdings individuell erfolgen, da jede Person andere physische Voraussetzungen besitzt, z. B. die Notwendigkeit eine Brille tragen zu müssen.  

7.)  Bedarf an Bewegungsfreiheit? 

Eine mit Druckluft versorgte Atemschutzmaske beinhaltet, das die Schutzausrüstung mit einem Schlauch ”verbunden” ist. Dieser Schlauch bedeutet mehr oder weniger eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit und kann geradezu behindernd sein, wenn man sich z. B. über größere Bereiche hinweg bewegen muss. Der Schlauch kann ebenso das Risiko beinhalten, dass man sich darin verfängt oder er in beweglichen Maschinenteilen festklemmt. 

Es ist wichtig, dass die Atemschutzmaske in der verunreinigten Umgebung die gesamte Zeit benutzt wird, um einen 100 %igen Schutz zu gewährleisten. Dies bedeutet weiterhin, dass eine Schutzausrüstung gewählt werden sollte, die während der gesamten Arbeitszeit getragen werden kann und man die Schutzausrüstung nicht in der verunreinigten Umgebung wechseln muss.   

Mit einer Filter-Atemschutzmaske hat man fast unbegrenzte Bewegungsfreiheit, aber in vielen Arbeitsumgebungen ist das Tragen von druckluftversorgten Atemschutzgeräten wegen der hohen Konzentrationen der Verunreinigung oder der harten physischen Belastung erforderlich. In solchen Fällen sollte man eine Schutzausrüstung wählen, bei der eine Kombination von Druckluftversorgung und Filtereinsatz möglich ist, ohne dass die Schutzmaske abgenommen werden muss. 

Dort wo die Gefahr bestehen könnte, dass man sich im Schlauch verfangen oder der Schlauch sich in beweglichen Teilen einer Maschine festklemmt, sollten diese Gefahren vorab physisch beseitigt werden. Hierbei sollten bewegliche Maschinenteile eingekapselt und Schläuche wie auch Kabel usw. vom Boden entfernt werden.  

8.)  Besteht die Notwendigkeit der Kommunikation während der Arbeit? 

Eine Atemschutzmaske sitzt vor dem Mund und dämpft deswegen die Sprache. Besonders in geräuschreichen Arbeitsumgebungen, in denen auch Gehörschutz zum Einsatz kommt, kann dies zu Problemen führen. Die Schutzausrüstung muss während der gesamten Zeit in der verunreinigten und geräuschreichen Umgebung getragen werden, um einen 100 %igen Schutz zu gewährleisten.  

Um die Möglichkeiten der Kommunikation am Arbeitsplatz zu erleichtern sollte man eine Atemschutzmaske wählen, bei der ein Sprachverstärker eingesetzt oder ein Kommunikationssystem angeschlossen werden kann.  

9.)  Soll die Atemschutzmaske zusammen mit anderer Schutzausrüstung verwendet werden? 

Weitere Ausrüstung kann den Schutzeffekt der Atemschutzmaske negativ beeinflussen und vice versa. Z. B. besteht die Möglichkeit, dass Brillenträger eine Leckage an einer Vollmaske hervorrufen. Informieren Sie sich deshalb über erhältliche Lösungen beim Hersteller. 

Genau wie bei jeder persönlichen Schutzausrüstung ist es wichtig, die persönliche Ausrüstung für jede Person individuell anzupassen. Inwieweit verschiedene Schutzausrüstungstypen miteinander kombinierbar sind ist höchst individuell.  Informieren Sie sich deshalb über erhältliche Lösungen beim Hersteller.  

10.)  Beinhaltet die Arbeit ungewöhnliche Risiken? 

In bestimmten Arbeitsumgebungen besteht z. B. ein erhöhtes Explosionsrisiko, weshalb in solchen Umgebungen keine Ausrüstungen zum Einsatz kommen sollten, die Funken bildend sein können. Bei Lackierarbeiten kann Silikon (gewöhnlich in Teil- und Vollmasken vorhanden) Schäden an lackierten Oberflächen verursachen. In derartigen Arbeitsumgebungen sind nachbehandelte Silikonmasken oder Masken aus einem anderen Material einzusetzen (die Silikonmasken von Sundström sind nachbehandelt). 

Diese Risiken müssen genauestens dokumentiert werden und bestimmen häufig allein die Auswahl der geeigneten Atemschutzmaske. Dies gilt insbesondere bei einem erhöhten Explosionsrisiko. 

Jede/r Arbeitsumgebung/Arbeitsplatz ist einzigartig, weshalb es besonders wichtig ist abzuwägen, welche Bedeutung die Antworten auf diese Fragen haben können. Zögern Sie deshalb nicht direkt mit Sundström Safety AB , der dem Unternehmen verbundenen Arbeitsschutzorganisation oder der Berufsgenossenschaft Kontakt aufzunehmen. 

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